pirmdiena, 2016. gada 8. februāris

Auslandspraktikum des österreichischen Lehramtsstudenten Stephan Buch

Ein Interview
Stephan Buch kommt aus Graz in Öesterreich. Er studiert Deutsch und Sport auf Lehramt an der Karl-Franzens-Universität Graz und ist nun im Februar 2016 für ein Monat in Riga, um an der Jugla Mittelschule ein Auslandspraktikum zu machen. Auf diese Weise möchte er möglichst viel Praxis sammeln und Erfahrungen machen, die er in seinem späteren Beruf anwenden kann. Ausserdem lernt er dadurch das lettische Schulsystem kennen, das ja doch ein wenig anders ist als das System in Öesterreich. Wie sehr anders, das zeigte sich unter anderem im Interview.

Hallo Stephan, wie geht es dir?
Danke, mir geht es sehr gut. Ich geniesse die Zeit hier und bin sehr froh, dass ich dieses Praktikum machen darf.

Zuerst einmal, wie findest du Riga bzw. Lettland?
Lettland ist auf jeden Fall ein sehr besonderes Land. Allein durch die Geschichte des Landes wurde es stark geprägt, hat jedoch seine ganz eigene Persönlichkeit, wenn man das so sagen kann. Riga selbst ist eine wunderschöne Stadt. Natürlich vor allem die Altstadt ist sehr schön zu besichtigen, aber auch der Rest, der modernere Teil hat etwas, was mich fasziniert. Obwohl die Jahreszeit nicht die beste für Sightseeing ist, würde ich am liebsten jeden Tag die Kirchen, Museen usw. besuchen.

Wieso wolltest du dieses Praktikum machen?
Viele Studenten machen ein Auslandssemester und studieren an einer anderen Universtät. Dafür gibt es auch viele Programme, die das organisieren. Ich möchte jedoch so schnell wie moeglich mit meinem Studium fertig sein und durch dieses Auslandssemester hätte ich vielleicht ein wenig Zeit verloren. Natuerlich wollte ich aber trotzdem eine Auslandserfahrung machen, also entschied ich mich für ein Auslandspraktikum. Dafür musste ich mir zwar alles selbst organisieren, aber das war es mir wert.

Und wie kamst du dabei auf Riga bzw. die Jugla Mittelschule?
Das ist eigentlich ganz unspektakulär. Letzten Sommer war ich in Finnland auf Urlaub und dort gab es eine Deutsche Schule. Ich fragte dort, rein aus Interesse, bezüglich eines Praktikums, jedoch mussten sie mir absagen. Das passte mir eigentlich gar nicht so schlecht, da ich gerne ohnehin ein neues Land besuchen wollte. Im Internet fand ich dann eine Website, die alle europäischen Schulen mit deutschem Schwerpunkt verzeichnete und eines der nächsten Länder zu Finnland war Lettland. Also sandte ich eine Anfrage an die Schule und sie sagten mir sofort zu. So fing das Ganze an (lacht).

Was ist so der erste Eindruck für dich bis jetzt, also nach deiner ersten Woche?
Ich habe bereits eine Menge netter Leute getroffen und viel lernen koennen. Das Schulsystem ist zwar grundsätzlich gleich wie in Öesterreich, die Umsetzung ist allerdings unterschiedlich. Hier gibt es kuerzere Stunden und längere Pausen, wodurch sich die Schüler natürlich besser konzentrieren können im Unterricht. Dafür dauert der Schultag zwar länger, aber man bekommt in der Schule das Mittagessen. Es fehlt den Schülern also an nichts. Gerade dieses System wäre in Öesterreich derzeit sehr sinnvoll, da viele Eltern ohnehin eine Nachmittagsbetreuung fordern. Der Unterricht selbst ist ebenfalls grundlegend ähnlich, es ist jedoch die ganze Lehrsituation ungezwungener aufgebaut. Die Lehrer lassen mehr Diskussionen zu und sind eher auf einer Ebene mit den Schülern als jene in Öesterreich. Dadurch wird es natürlich manchmal etwas lauter, die Schüler sind jedoch viel aktiver beteiligt im Unterricht. Das österreichische System könnte hiervon eine Menge lernen, gerade jetzt, da eine Veränderung im Schulsystem gefordert wird. Zuletzt ist vor allem auch der Sportunterricht hervorzuheben, da er schon bei den Anforderungen anders abläuft als der österreichische. Im lettischen Sportunterricht wird noch auf die Vermittlung von Fähigkeiten und Kräftigung des Körpers geachtet, während in Öesterreich hauptsächlich gespielt wird, um den Interessen der Schüler zu entsprechen. Die Vermittlung von Fähigkeiten bleibt dabei leider weitgehend (nicht überall!) auf der Strecke. Hier wirkt vielleicht für uns der lettische Sportunterricht etwas „veraltet”, er ist jedoch viel sinnvoller und zielführender!

Wie sieht dein Plan für deine restliche Zeit während des Praktikums aus?

Nächste Woche folgt erstmal die Projektwoche. Darüber bin ich sehr froh, da ich dabei auch gleich einen Einblick in Projektorganisation u.ä. bekomme. Danach habe ich ja noch zwei weitere Wochen und in diesen werde ich, wenn möglich, nur mehr selbst in der Klasse stehen und selbst den Unterricht leiten. Auf diese Erfahrung freue ich mich schon besonders.

Möchtest du noch abschliessend etwas sagen?
Ja, ich möchte mich bei der gesamten Jugla Mittelschule, bei allen Lehrern und Schülern, aber besonders bei der Direktorin Frau Melle und bei Herrn Grunte, dafür bedanken, dass mir dieses Praktikum ermöglicht wurde. Es ist nicht selbstverständlich, dass das für die Schule so ohne Probleme möglich war und ich werde mein Bestes geben, um diese Chance zu nutzen und der Schule auch etwas zurück zu geben.

Das klingt sehr gut, vielen Dank für das Interview!

Nav komentāru:

Ierakstīt komentāru